Mitwirkende::
Christiane Arnold
(Bratsche)
:
Brigitte May
(Orgel)
:
Peter Wöpke
(Cello)
:
Stefan Spielberger
(Chorleiter
):
Michael Durner
(Geige)
:
Der Chor "Sine Nomine"
Vereint treten Chor und Instrumentalisten unter dem Dirigat von Stefan Spielberger auf. (Gießenr Allgemeine Zeitung, Foto: dis)

In der evangelischen Stadtkirche fand ein Adventskonzert statt, das mit Fug und Recht als hochklassig bezeichnet werden kann. Neben Christiane Arnold (Viola), Peter Wöpke (Violoncello) und Michael Durner (Violine) vom Bayerischen Staatsorchester sorgten Brigitte May an der historischen Barockorgel und der Chor Sine Nomine unter der Leitung von Stefan Spielberger für eine unvergeßliche und festliche Klangfülle im sehr gut besuchten Kirchenrund.

May wurde in Beuthen (Bytom/Oberschlesien) geboren und begann im Alter von fünf Jahen mit dem Klavierunterricht, dem sich ein Klavierstudium anschloss. Seit 1989 lebt sie in Grünberg und unterrichtet seitdem an der Grünberger Musik- und Kunstschule. Seit 20 Jahren tritt sie mit Margrethe Müller-Hillebrand und David Brodowski im Grünberger Kammermusik Ensemble auf, woraus sich im Jahr 2000 das Grünberger Salon Ensemble entwickelte. Daneben spielt sie als Organistin auch die Orgel.

Der Lebensweg des Chorleiters Spielberger weist viele musikalische Stationen auf. Er war Leiter der Big Band des Hessischen Rundfunks, Gesangssolist als Mitglied der Big Band der Bundeswehr und ist schon mit vielen Chören aufgetreten. Heute arbeitet er als Studienrat für Musik und Geschichte am Burggymnasium Friedberg, als Chorleiter des Chores Sine Nomine Friedberg, der Mücker Stimmen sowie als freier Sänger und Arrangeur.

Frühwerk Beethovens

Das Adventskonzert begann mit dem Streichtrio op. 9 Nr. 3 in c-moll von Ludwig van Beethoven, unter anderem mit den Satz »Allegro con spirito«. Ein Frühwerk Beethovens, in dem auf besondere Weise deutlich wird, wie diese Musik des Komponisten ein Werk des Übergangs war, das den privaten Zirkel sprengte und sich dem Konzertsaal hinwandte.

In der Besetzung Durner und Arnold (Violinen), dem Chor und May an der Orgel erklang Max Regers Choralkantate zu Weihnachten »Vom Himmel hoch, da komm ich her«. Reger gehörte zu den sperrigsten Traditionalisten zwischen Spätromantik und beginnender Moderne, der sich an seinen Vorgängern abarbeitete, insbesonders an Bach. Besonders ausdrucksstark kam »Soyati« (O Holy One) von John Tavener, im Kirchenraum zur Geltung, bei dem der Chor Sine Nomine mit Peter Wöpke am Cello auftrat. Theologie und Spiritualität der orthodoxen Kirche und ihre Musik sind die Basis dieses Werkes.

Die volle Klangfülle des Chores wurde in Arrangements von Carsten Gerlitz in den drei Weihnachtsliedern »The Christmas Song«, »Silent Night« und »Süsser die Glocken nie klingen«, letzteres mit allen Mitwirkenden und den Besuchern gespielt und gesungen, hörbar. Der langanhaltende Applaus war Zeugnis dafür, dass es dem Publikum sehr gut gefiel.

(Bericht der Gießener Allgemeine Zeitung vom 4. Dezember 2017)